Pausenkiosk der Schule Endingen









Premiere in der Surbtaler Schullandschaft

Zum ersten Mal in der Surbtaler Schullandschaftsgeschichte fanden gestern Dienstagabend  zwei Veranstaltungen gleichzeitig im Bereich der standortübergreifenden Zusammenarbeit statt.

Endingen / Lengnau (zb) – Entwicklungen in der Schullandschaft und im Bildungswesen sind nichts Neues, wurde doch erst gerade letzten Sommer das neue Schulmodel 6/3 im Kanton Aargau eingerichtet. Auch die verschiedenen Schulleitungen im Surbtal verschliessen sich dem nicht und organisierten gestern Dienstagabend erstmalig in der Schulgeschichte des Surbtals eine Kick off-Veranstaltung zur standortübergreifenden Zusammenarbeit.

Vier Schwerpunkte für eine standortübergreifende Zusammenarbeit

Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Rietwise in Lengnau staunten nicht schlecht, als um 16.30 Uhr gut 70 Primar- und Kindergartenlehrpersonen ihre Aula in Beschlag nahmen. Sie alle folgten der Einladung der Primarschulleitungen der Standorte Endingen, Freienwil, Lengnau, Schneisigen und Tegerfelden zur ersten Kick off-Veranstaltung „Koordination Schulen Surbtal“, die eine verstärkte Zusammenarbeit innerhalb der Surbtaler Schulen anstrebt. Sogleich eröffnete Björn Bestgen, Primarschulleiter in Lengnau, diese erste standortübergreifende Veranstaltung, begrüsste die bunt durchmischten Kollegien und erklärte den Ablauf des Abends. Als Vorbereitung auf diesen Anlass haben sich in vorgängig stattgefundenen Weiterbildungen der verschiedenen Schulstandorte vier Themenschwerpunkte für die standortübergreifende Zusammenarbeit herauskristallisiert. Schulleiter Urs Schweri aus Schneisingen präsentierte den Anwesenden das Thema der Hospitation, wo Lehrpersonen sich gegenseitig Unterrichtsbesuche abstatten und diesen Besuch in kollegialem Feedback anhand abgemachter Beobachtungspunkte reflektieren. Die Fragen, die in Bezug auf Übertritte von einer Schulstufe zur nächsten Lehrpersonen immer wieder beschäftigen, fanden Raum in der Gruppe, die von Irene Niederhauser, Schulleiterin von Freienwil, geleitet wurde. Sie stellte den anwesenden Lehrerinnen und Lehrern diese Thematik vor, die mit der Einführung neuer Unterrichtsmethoden und Lehrpläne immer neu an Wichtigkeit gewinnt.

Austausch von Unterrichtsmaterialien

Auch der Austausch und die Koordination von Unterrichtsthemen in den unterschiedlichen Schulfächern war eines dieser vier Themen, das die Schulleiterin aus Endingen, Brigitte Lehner, vorstellte. Darunter können sich die Schulleitungen vorstellen, dass dies zum Beispiel zu mehr stufen-, bereichs- und schulübergreifendem Austausch von Unterrichtsmaterialien führt. Schliesslich stellte Ursula Athanassoglou Mathez, Schulleiterin von Tegerfelden, noch das letzte Thema „Intervision/Fallbesprechung unter Kolleginnen und Kollegen“ vor. Der Erfahrungsaustausch bei schwierigen Situationen im Berufsalltag soll hierbei als Ideen- und Möglichkeiten-Pool dienen und eine Entlastung für die betroffene Lehrperson sein. Nachdem die Schulleiterinnen und Schulleiter die vier Themenschwerpunkte vorgestellt hatten, galt es für die Anwesenden sich für einen davon zu entscheiden und diesen während des nächsten Schuljahres an drei weiteren Treffen zu verfolgen und zu bearbeiten. Zügig fanden sich verschiedene Interessensgruppen und innert kürzester Zeit bildeten sich Teams, die sich in Zukunft gegenseitig im Unterricht besuchen, die beispielsweise Material im Bereich der Musikgrundschule zusammentragen und austauschen oder wiederum andere, die sich mit dem Übertritt von der Primarschule an die Oberstufe auseinandersetzen wollen. Der gemeinsame Apéro am Schluss der Kick off-Veranstaltung bot den Lehrerinnen und Lehrer nochmals Gelegenheit, sich über die verschiedenen Themen auszutauschen oder neue Gesichter kennen zu lernen.

Speed-Dating – Hospitationspartner leicht gemacht

Die Oberstufenlehrpersonen der Kreisschule Surbtal trafen sich zur selben Zeit in der Bezirksschule Endingen zur verstärkten Zusammenarbeit über die Standorte hinaus. Die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer wurden zuerst von der neubesetzten Scout-Gruppe, die sich in der Kreisschule im Bereich der Schulentwicklung einbringt und aus Vertreterinnen und Vertreter beider Kollegien besteht, begrüsst. Im Mittelpunkt des gestrigen Abends stand die Einführung von standortübergreifenden Hospitationsteams. Um diesen Partnerfindungsprozess etwas zu vereinfachen bedienten sich Hauptschulleiter Beat Widmer und Bezirksschulleiterin Chantal Sylla-Bucher der Methode des Speed-Datings. Wie beim richtigen Speed-Dating rotierten die Lehrpersonen aus den beiden Kollegien Endingen und Lengnau in kurzen Zeitabständen im Kreis, um sich gegenseitig besser kennenzulernen und die unterschiedlichen Lehrtätigkeiten auszutauschen. Ziel dabei war es, einen geeigneten Partner für die im nächsten Schulhalbjahr stattfindenden Schulbesuche zu finden.

Partnerwahl anhand unterschiedlicher Interessen

„Ich suche einen Partner, der möglichst ähnliche Fächer unterrichtet wie ich, da mich dieser Erfahrungsaustausch am meisten interessiert.“ erzählt Antonio Mestre Sekundarlehrer aus Lengnau. Einige seiner Kolleginnen und Kollegen legen bei der Partnerwahl hingegen den Fokus auf den Leistungsvergleich zwischen den verschiedenen Schulstufen Bez, Sek und Real oder wiederum anderen spielt die Partnerwahl oder das Schulfach keine Rolle, da sie sich vor allem für die Interaktion unter Schüler/innen oder zwischen Schülern und Lehrpersonen interessieren. Abschliessend stellte Marco Heimgartner aus der Scout-Gruppe einen kleinen Ausblick für das kommende Schuljahr vor, in welchem auch eine Schülerbefragung, die den Lehrpersonen ein Feedback über ihren eigenen Unterricht gibt, angesprochen wurde. Schliesslich bot der abschliessende Aperitif den Oberstufenlehrpersonen noch die Möglichkeit, sich weiter auszutauschen und die Partnerbildung abzuschliessen.