Wie zufrieden ist unsere Schule?         Was ist „Integrative Schulung“?

Wie zufrieden ist unsere Schule? Was ist „Integrative Schulung“?

Endingen – Diese Fragen standen vergangenen Mittwochabend im Zentrum des Elternabends der Schule Endingen, die damit auf Anliegen seitens der Eltern reagierte und über das Thema „Integrative Schulung“ und über die neusten Erkenntnisse zur internen Schulevaluation informierte.

 

 

Gut besuchter Elternabend

Nicht mehr viele Stühle waren in der Mehrzweckhalle der Primarschule frei, als der jährliche stufenübergreifende Elternabend pünktlich um 19.30 Uhr begann. Die Schulpflege hatte sich in der Vergangenheit zum Ziel gesetzt, alle Eltern der Schülerinnen und Schüler aus Endingen und Unterendingen einmal jährlich zu einem gemeinsamen Elternabend einzuladen und über verschiedene Themen, die Eltern sowie die Schule bewegen, zu diskutieren und zu informieren. Lydia Spuler, Schulpflegepräsidentin der Schule Endingen, begrüsste die gut 70 Anwesenden Eltern und Lehrpersonen und eröffnete sogleich den Abend, indem sie ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Schulpflege vorstellte und über den Ablauf informierte.

 

An der Schule fühlen sich alle wohl

Als erstes Sprach Andreas Lüscher zu den interessierten Besuchern und präsentierte die neusten Ergebnisse, der in diesem Schuljahr durchgeführten internen Schulevaluation. Anlass für diese Untersuchungen war die Überprüfung, der für den Zeitraum von 2011-2015 gesetzten Zielsetzungen der Schule Endingen. Ziele, wie eine gemeinsam gelebte pädagogische Grundhaltung, motiviertes Personal, die Umsetzung eines Qualitätsmanagements, sowie eine flexibel und kreativ genutzte Infrastruktur oder die aktive Teilnahme am Dorfleben, waren einige der wichtigsten davon. Es ist naheliegend, dass all diese Bereiche auch direkten Einfluss auf die Schulkultur haben, die somit ebenfalls bei den Interviews und Fragebögen erhoben wurde. Befragt wurden alle Direktbeteiligten der Schule, das heisst die Schülerinnen und Schüler, die Eltern der 3. und 6. Klassen und alle Lehrpersonen. Als Fazit stellte die Schulpflege fest, dass die Schule in den angestrebten Zielen auf Kurs sei, sich alle Beteiligten an der Schule wohl fühlen und dass die Infrastruktur zur Zeit gut ausgelastet ist. Letzteres erfordere im Hinblick auf die positive Entwicklung der Schülerzahlen aber weiterhin besondere Aufmerksamkeit. Des Weiteren seien die Konzepte der „Integrativen Schulung“ ausserhalb der Schule zu wenig bekannt. Andreas Lüscher informierte, dass die Ergebnisse dieser Untersuchungen auch in die nächsten Periode von 2016 – 2020 einfliessen werden.

 

Elternvertretung – Teil der Schulkultur

Gleich im Anschluss erhoben sich drei Elternteile aus den Zuschauerrängen und leiteten zum nächsten Programmpunkt über. Die drei Mütter, die nun vor den Anwesenden standen, sind Mitglieder der Elternvertretung, die sich letzten August neu zusammengestellt hatte. „Ziel und Aufgabe dieser Vertretung ist die aktive, partnerschaftliche und mitverantwortliche Zusammenarbeit im Interesse aller Kinder mit der Schule“, erklärte Alessia Stampanoni bei der Vorstellung der Elternvertretung, die sich aus je einem Elternteil aus fast jeder Klasse zusammensetzt. Sie haben sich zur Aufgabe gesetzt, ein „offenes Ohr“ für Anliegen und Anregungen seitens der Elternschaft zu haben, um diese auch an die Schule tragen zu können. Konkret hatte sich die Elternvertretung in der Vergangenheit bereits über die regelmässigen Elterninformationen, die die Schulleitung über die Kinder nach Hause verteilt, einbringen können. So wurden beispielsweise Rückmeldungen zu diversen Anlässen wie dem Patentag oder Räbeliechtliumzug gegeben, das Familiendossier auf der Schulhomepage wurde aufgearbeitet und die Homepage zugänglicher und übersichtlicher gemacht. Langfristig soll die Elternvertretung auch in die oben erwähnte Zielsetzungsperiode 2016 – 2020 der Schule miteinbezogen werden, wo zurzeit Ideen und Feedbacks hierfür gesammelt werden. Alessia Stampanoni erhofft sich auch für das nächste Amtsjahr, dass sich noch mehr Eltern, vor allem aus der Mittelstufe als Vertreterinnen und Vertreter in der Elternvertretung engagieren, so dass schliesslich jede Klasse mit einem Elternteil vertreten sein wird.

 

Sommersporttag, Anhänger für Verkehrsunterricht (REPOL) und Besuchswoche

Wie und was im letzten Quartal nach den Frühlingsferien noch ansteht informierte in der Folge Schulleiterin Brigitte Lehner. Nebst Nachwuchs, der in den Reihen der Lehrerschaft erwartet wird, werden Doris Wiederkehr und Annemarie Schönenberger, die während mehreren Jahrzenten an der Schule mitgewirkt haben, in die Pensionierung entlassen. Weiter lud Brigitte Lehner alle Eltern ganz herzlich zur vom 27. – 30. April stattfindenden Besuchswoche ein, informierte über die nach den Ferien anstehende Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer zur Basisschrift und den stufenübergreifenden Sommersporttag. Als besonderes Ereignis, wird den Kindern auch dieses Jahr ein Anhänger der Polizei mit verschiedenen Gerätschaften zur Verkehrssicherheit und einem Velofahrtraining während einer Woche an den Standorten Endingen und Unterendingen zur Verfügung gestellt.

 

Verschiedenheit ist kein Nachteil!

2005 erarbeitete und beschloss der Kanton Aargau ein Rahmenkonzept zur Integrativen Schulung, wobei sich 2009 die Schule Endingen dafür entschieden hat, dieses Konzept für sich umzusetzen. Hierbei geht es kurzerhand darum Kinder in den Regelklassen integriert zu lassen, ohne dass diese gezwungen sind eine Kleinklasse zu besuchen. Jens Brandenburg, schulischer Heilpädagoge der Schule Endingen, erklärte am Elternabend kurz, wie und welche Beweggründe zur integrativen Schulung führten. Dabei erklärte er, dass mit der Integrativen Schulung Verschiedenheit kein Nachteil mehr sein soll, sondern erwünscht ist und gefördert wird. Doch wie sieht diese Integration denn im Schulalltag aus? Genau diese Frage beantworteten in der Folge Patrizia Bäder, Lehrerin der 4. – 6. Klasse in Unterendingen, der schulische Heilpädagoge Jens Brandenburg und Schülerinnen und Schüler in Videointerviews. Während mehreren Lektionen pro Woche besucht Jens Brandenburg alle Klassen und begleitet sie in Zusammenarbeit mit der Lehrperson. Beispielsweise werden gemeinsam Lerngruppen zusammengestellt, die mit dem schulischen Heilpädagogen schwierige Lerninhalte auf vielfältige Weise nochmals oder vertiefend bearbeiten.

 

 

Themenstunde als Angebot der Begabtenförderung

Weiter steht den Schülerinnen und Schüler jeweils auch eine Art Beratungsbüro zur Verfügung, wo die Kinder ihre eigenen schulischen Anliegen mit dem Heilpädagogen besprechen und bearbeiten können. „Wichtig ist dabei, dass die Unterstützung des Heilpädagogen allen Kindern zur Verfügung steht und für alle da ist,“ sagt Patrizia Bäder in ihrer Erläuterung und was die Kinder in den Interviewvideos immer wieder unterstreichen. Nebst der aktiven Unterstützung im Unterricht betreut Jens Brandenburg auch die sogenannten „Themenstunden“, die ein Angebot im Bereich der Begabtenförderung an der Schule sind. Hier erarbeiten interessierte Schülerinnen und Schüler selbstgewählte Projekte und Ideen, wie die Herstellung eines eigenen Brücken- oder Dorfmodels, der Gestaltung eines Vortrages über Hawaii oder weitere Projekte. Schliesslich kann und wird der schulische Heilpädagoge auch in Eltern- oder Abklärungsgesprächen mit dem Schulpsychologischen Dienst in einer sogenannten Expertenrunde beigezogen.

Gegen 21.00 Uhr fand der informative Teil des Elternabends schliesslich seinen Abschluss. Lydia Spuler dankte den Besuchern für ihr Interesse und lud alle Anwesenden zum, durch die 6. Klasse organisierten und selbst hergestellten Apéro ein. In gemütlicher und mit Speckzopf umhüllter Atmosphäre verweilten die Eltern und Lehrpersonen noch ein bisschen und diskutierten über den informativen Abend.

 

Infobox zur Integrativen Schulung:
Was ist integrative Schulung?

Interessanterweise ging die Entwicklung zur Integration in ihrem Ursprung auf eine Initiative von Eltern zurück. Diese hatten sich damals organisiert und auf europäischer Ebene die juristischen Grundlagen dafür erkämpft, dass Kinder mit Beeinträchtigungen und besonderen Bedürfnissen nicht weiterhin aus ihrem natürlichen sozialen Umfeld ausgeschlossen werden dürfen. Ausserdem versucht man mit der Integrativen Schulung auch auf die veränderten Anforderungen in der Arbeitswelt und in der Wirtschaft zu reagieren. Heute gibt es selten noch jemand, der sein ganzes Leben einem Beruf nachgeht und dies erfordert bereits heute von unseren Kindern eine hohe Flexibilität. Auch auf Seite der Wissenschaft ist man zur Erkenntnis gekommen, dass man den heutigen gesellschaftlichen und beruflichen Anforderungen nur mit Integration und nicht mit Ausgrenzung positiv gegenübertreten kann.

 

Infobox:
Anlässe und Veranstaltungen an der Schule Endingen

Am 30. und 31. März 2015 findet die Theateraufführung „Der Zauberer von Oz“ der 5. Klasse aus Endingen um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle der Primarschule in Endingen statt. Ausserdem ist vom 27. – 30. April 2015 die Besuchswoche an den Standorten Endingen und Unterendingen, wozu alle interessierten Schulbesucher herzlich eingeladen sind. 


Download
Auswertung der internen Schulevaluation
ISE_Elternabend_v2.pdf
Adobe Acrobat Dokument 507.9 KB


Download
Befragung zu Zufriedenheit mit der Schule
Die Zufriedenheit mit dem Unterricht, der Organisation und dem Klima in der Schule waren die Themen der Befragung.
Auswertung_Befragung Nov 2013.pdf
Adobe Acrobat Dokument 102.3 KB


Download
Jahresbericht 2014.pdf
Adobe Acrobat Dokument 802.3 KB
Download
Rechenschaftsbericht der Schulpflege
Rückblick 2013_20140117_ls.pdf
Adobe Acrobat Dokument 652.4 KB